Samstag, 14. April 2018

Ganz nach Gefühl

Einmal im Monat beehre ich das Gruselkabinett des nahen Tierfuttermittel-Handels. Inzwischen weiß ich, was dem geliebten Hund aus dem Ekelssortiment mundet: Ochsenziemer (bis ich mal begriffen hatte, was das ist), Tierohren (am liebsten mit Fell dran), Luftröhre, oder ist es Speiseröhre, vom Rind?! Mit spitzen Findern trage ich dann diese Ausbeute des Grauens nach Hause und ab und an darf sich Yoshi daran laben. Ansonsten aber gibt es bei uns keine Leckerlis. Nicht, weil ich grundsätzlich etwas dagegen hätte, sondern weil Yoshi von fast allem Durchfall und/oder Blähungen bekommt. Auf diversen Seiten hatte ich schon Rezepte für liebevoll selbstgemachte Hunde-Leckerlis entdeckt. Wenn ich Rezeptzutaten sehe, weiß ich sofort, ob das was für uns, oder eben in diesem Fall, für Yoshi ist. Das einzig Blöde ist, ich lasse mich bestenfalls von Rezepten inspirieren, halte mich aber so gut wie nie an sie. Und bislang fahre ich mehr als gut damit. Was ich ganz nach Gefühl mache, wird immer was. Hingegen Sachen, die ich nach Rezept mache..., da legen wir bitte das Deckmäntelchen des Schweigens darüber. Letztens ist Yoshi im Wald einem Reh hinterhergejagt. Schweißausbruch!!! Zum Glück sind auch Rehe sehr flink unterwegs und kennen sich im Unterholz deutlich besser aus als Yoshi. Ich habe bestimmt fünf Minuten lang Yoshi gerufen..., und da kam er dann zu meiner großen Erleichterung angerannt. Uff! In solchen Momenten z.B. hätte ich gerne einige Leckerlis zur Hand, um ihn für sein Zurückkommen zu belohnen.

 
 50 g haben ca. 135 kcal
 
Buchweizenvollkornmehl hat nichts mit Getreide bzw. mit Weizenmehl zu tun. Buchweizen ist eine Pflanzengattung der Knöterichgewächse und auch für Menschen mit Zöliakie geeignet, weil es glutenfrei ist. Einige Eier, Rindergehacktes und Parmesankäse haben mein erstes Hunde-Leckerli-Rezept für Yoshi abgerundet. Der saß in der ganzen Zeit in der Küche zu meinen Füßen und schnupperte seeehr interessiert.


Aufgrund des Fleischanteils wird der Teig eher faserig, weswegen man nichts mit irgendwelchen Ausstechförmchen machen kann. Ich habe recht schnell dünnere Platten ausgewalzt und diese mit der Schere in kleinere Stücke geschnitten. Bei ca. 160°C 16 Minuten im Backofen backen, und es war dann soweit...


Bei unserem Mäkelfritzen Yoshi sind die Leckerlis super angekommen. Ich fürchte, er hätte sie am liebsten alle sofort und auf der Stelle restlos verputzt, wenn er denn gedurft hätte. Inzwischen haben  sie auch einige Yoshi-Freunde probieren können. Sie haben alle zugelangt. Beschwerden haben mich noch nicht erreicht ;-). 

Nur Kater Möhrchen hat nichts von dem gewollt, was ich ihm liebevoll kredenzt habe. Aber wundert mich das bei dem Herrn Eigensinn?!

Habt Ihr auch schon mal Hundeleckerlis selber gemacht, oder kommt ihr mit den gekauften Sachen gut zurecht?

Kommentare:

  1. Wenn man nicht wüsste, dass es für Yoshi ist, könnte man gerade auch mal in die Schüssel greifen. Die hast du sehr schön angerichtet 😄 Ich habe auch schon öfter mal Hundeleckerlies gebacken, aber wir kommen auch super mit den Chewies zurecht. Ansonsten gibt es hier zu Hause zum knabbern und Zähne reinigen ein ähnliches Gruselkabinett: Rinder Dörrfleisch, getrocknete Hühnerfüße, Puten- und Entenhälse, Rinderhaut mit Fell usw.......
    Liebe Grüße
    Sabine

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  2. Spannend, was du hier so schreibst.
    Und ja, Leckerlis habe ich auch schon selbst gemacht. Eine Variante, die ausgesprochen gut ankommt, ist diese:
    Rinderherz in kleine Würfel schneiden und im Backofen backen, bis sie so richtig kross sind (bei uns heißen sie darum Herz-Crossies :)
    Die Hunde fahren total darauf ab, man kann sie gut zum Trainieren einsetzen, da sie ja klein sind und kein Fett und keine Kohlehydrate enthalten.
    Ich wollte das auch noch mal mit Pansen probieren, aber so weit bin ich noch nicht gekommen.

    Ciao
    Beate

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    1. PS. Was du da zum Kochen "nach Rezept" schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. So geht es mir auch immer.

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  3. Manchmal würde ich gerne für Socke backen, aber das ist bei Ihren Erkrankungen nicht möglich. Ich könnte öfter für Socke Fleisch dörren, aber ich gebe zu, dass ich das neben dem Kochen für Socke neben meinem Voolzeitjob nebst langen Anfahrtszeiten nicht schaffe.

    Hier gibt es nur gedörrtes Fleisch....

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  4. Gebacken habe ich auch schon für Emma und Lotte. Obwohl ich die verschiedensten Sachen ausprobiert habe, hat Lotte die selbstgebackenen Kekse nie so recht vertragen. Also kaufe ich lieber welche. Da sehe ich genau den Fettanteil.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  5. Ich backe für Ben Buchweizenkekse, die liebt er heiß und innig. Mit Ei, Gemüseflocken, etwas Gemüsebrühe, Honig und einem Hauch Knoblauch. Langsam bei wenig geöffneter Backofentür knochentrocken backen lassen. Sind lange haltbar und ich weiß, was drin ist. Wenn ich zur Abwechslubg Kekse kaufe, nur getreidefrei, auch mit Pansen ( riechen trotzdem nicht ��) und einer überschaubaren Zutatenliste
    LG Frau Katha

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  6. Ich hatte in meinem Bekanntenkreis jemand, der mal eine Hundebäckerei hatte und meine Kinder haben da öfter mal geholfen, Kekse auszustechen.Alles war aus besten Zutaten, die Kekse hätte man selbst essen können:-)
    Deine Kekse sehen ja auch toll aus, die Idee, sie mit der Schere zu schneiden, finde ich sehr lustig.
    glg Susanne

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  7. herrlich beschrieben! ich hole manchmal vogelfutter in einem dieser - für mich - ekelläden und das ist jedesmal eine qual. der geruch dort ist unerträgtlich weil dort diese gruseligen sachen alle offen herumliegen und fürchterlich stinken. ich hab noch zu hause diesen geruch in der nase!
    schön, dass du ein rezept für yoshi-leckerlis gefunden hast!
    liebe grüße
    mano

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